Kindle Unlimited – und was dahinter steckt

Hallo ihr Lieben!

Kindle Unlimited nennt sich die im Herbst 2014 eingeführte „eBook-Flatrate“ von Amazon. Gegen eine Gebühr von aktuell 9,99 € im Monat (jederzeit kündbar) können sich Leser gleichzeitig bis zu zehn eBooks ohne Zeitlimit auf ihren Reader, das Smartphone, das Tablet oder auch den Computer ausleihen und lesen. Die dafür erforderliche Kindle Lese-App ist kostenlos. Amazon wirbt damit, dass Kindle Unlimited Nutzer auf mehr als eine Million eBooks zugreifen können.

Für Vielleser wie mich ist das Kindle Unlimited Abonnement wie geschaffen. Seit Juli 2016 bin ich Mitglied und finde heute mehr als 500 „gelesene“ Bücher auf meiner Liste wieder. Ja, zu einem Großteil habe ich diese Bücher auch komplett gelesen. Ich lese viel und schnell. Wenn ich jetzt gegenrechne, welchen Aufwand ich ohne das Abo gehabt hätte, bräuchte ich definitiv einen zusätzlichen Job und … hey! … ein paar mit Ikea-Billys ausgestattete Zimmer mehr 😉

Beim Durchscrollen meiner Gelesen-Liste sind mir aber auch Titel aufgefallen, die ich nur im Schnelldurchlauf „quergelesen“ oder sogar abgebrochen habe, weil sie mir aus irgendwelchen Gründen nicht gefallen haben. Wie ich heute weiß, habe ich dabei Fehler gemacht!

Autoren und Kindle Unlimited

Wenn sich Verlage oder Autoren dazu entschließen, ihre eBooks im Kindle Unlimited Programm anzubieten, ist dies an verschiedene Vereinbarungen geknüpft. Hierzu gehört beispielsweise, dass das eBook mindestens für drei Monate exklusiv nur über das Amazon Netzwerk angeboten werden darf. Gleichzeitig bei Thalia oder Weltbild zu verkaufen, fällt damit also flach.

Die Vergütung der Autoren erfolgt aus einem Fonds, der u.a. von den Abonenntenzahlungen gespeist wird. Dass dieser Topf nicht immer gleich gut gefüllt ist und auch die Anzahl der Verlage, Autoren und eBooks variieren kann, liegt auf der Hand. Was mich jedoch stutzig gemacht hat: Die Autorenvergütung richtet sich auch nach „gelesenen Seiten“. Und um das zu kontrollieren, nutzt Amazon mit KENPC ein Tool, das die vom Leser tatsächlich gelesenen Seiten übermittelt. Dabei definiert Amazon auch den Buchumfang, die Startleseposition und das Buchende für die verschiedenen Anzeigemöglichkeiten der unterschiedlichen Lesegeräte.

Gut gegen Fakes – schlecht für ehrliche Autoren?

Wenn der Leser ein eBook also vorzeitig abbricht oder Seiten überspringt bzw. ganz auslässt, bekommt der Autor weniger Geld. Es genügt auch nicht, einfach bis an das Ende des eBooks zu springen, damit alle Seiten als gelesen betrachtet und angerechnet werden. Eine gewisse Verweildauer muss eingehalten werden, damit KENPC das Lesen einer Seite als solches anerkennt. Im Juli 2018 hat ein Autor übrigens etwa 0,2939 Cent pro gelesener Seite erhalten.

Für mich bedeutet dies: Wenn mir ein Buch nicht gefällt, breche ich es nicht mehr einfach gedankenlos ab. Vielmehr frage ich mich, ob das „Nichtgefallen“ an meinem persönlichen Geschmack liegt und „blättere“ im Zweifelsfall das Buch bis zum Ende durch, damit der Autor seine Vergütung erhält. Schließlich kann der Autor im Regelfall nichts dazu, dass mir sein Werk gerade nicht in den Kram passt, oder? Im Vergleich dazu: Beim Kauf eines Taschenbuches weiß ich vorher auch nicht, ob es mir gefällt und bin den gesamten Kaufpreis los.

Dies bedeutet gleichzeitig aber auch, dass ich nach wie vor „Fake-Romane“, die sich zuhauf unter kontinuierlich wechselnden Titeln/unterschiedlichen Pseudonymen in der Kindle Unlimited Bücherei tummeln (und mit unzähligen zusätzlichen „kostenlosen“ eBooks zum Aufbauschen des Seitenumfangs ausgestattet sind), weiterhin sofort nach dem Aha-Effekt abbreche.

Liebe Grüße,

eure Ines

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