Rezensionen – Informationsquelle oder Kriegsmittel?

Hallöchen!

Auf der Suche nach einem neuen Objekt der Lesebegierde stöbere ich gerne durch Cover, Titel und Klappentexte. Spricht mich auf diese Weise ein Buch an, schaue ich nach den entsprechenden Bewertungen. Wieso? Weil ich wissen möchte, wie andere Leser dieses Buch einschätzen, um mich vielleicht davon in meiner Entscheidung beeinflussen zu lassen. Dabei stolpere ich immer wieder über wirklich gut verfasste Lesermeinungen, aber auch über unglaublich skurrile Wortmeldungen.

Eigentlich soll eine Buchrezension eine er- und aufzählende, zusammenstellende und nicht zuletzt kritische Musterung mit individueller Wertung sein – ohne die dem Schriftsteller zustehende künstlerische Freiheit zu beschneiden. Im Idealfall verschafft die Rezension dem Leser einen Überblick über das Buch und gibt zugleich den Autoren hilfreiches Feedback. Mir sind viele Autoren bekannt, die sich jede einzelne Rezension durchlesen und zu Herzen nehmen.

Richtig schlimm wird es, wenn Fake-Rezis auftauchen, mal wieder Trolle mit dem linken Fuß zuerst aufgestanden sind oder ganz bewusst „schlechte“ Rezensionen geschrieben werden, um einem Autor zu schaden. Dank der vom Internet gewährleisteten Anonymität bedarf es scheinbar nur wenig Überwindung, mit teilweise haarsträubenden Schimpftiraden den kopfeigenen Differenzen Ausdruck zu verleihen. Ob sich diese Rezensenten auch trauen würden, dem Autor diese Worte live an den Kopf zu werfen?

Aber auch gefühlte Unmengen reiner Fünf-Sterne-Rezensionen ohne jegliche Kritik versetzen in Erstaunen. Dies, zumal sich die Bewertungen in ihrem Wortlaut oft ähneln. Geht da immer alles mit rechten Dingen zu?

Amazon kämpft gegen Manipulation

Aktuell richtet sich der von Amazon angezeigte Sternchen-Wert der Rezensionen nach dem Alter der Rezensionen, der sogenannten „Nützlichkeit-Quote“ (die ebenfalls viel Raum für Schandtaten bietet) und den entsprechenden verifizierten oder eben nicht überprüften Käufen.

Durch eine Software versucht die Plattform, der Manipulation durch Kundenbewertungen ein Schnippchen zu schlagen. Nach welchen Kriterien diese Software Gut von Böse unterscheiden will, ist nicht genau bekannt. Ähnlich den SEO-Bemühungen, bei Google ganz oben in den Suchergebnissen aufzutauchen, bleiben die Algorithmen ein kleines Mysterium.

Natürlich kann Amazon jedoch mit den Daten arbeiten, die jeder Kunde dort hinterlegt hat. Außerdem ist wohl jedem schon aufgefallen, dass sich jemand bei der Plattform auf einem kleinen Zettel Notizen vom individuellen Kaufverhalten macht, oder? Noch nie auf das eigene Kaufverhalten zugeschnittene Werbung eingeblendet bekommen? Und diese Daten reichen manchmal aus, um bezahlte Rezensionen, Gefälligkeiten oder andere Manipulationen zu entdecken.

Die Rezensenten stehen also bei Amazon unter Beobachtung, weshalb manchmal Rezensionen nicht veröffentlicht oder sogar gelöscht werden. Leider arbeitet diese Software jedoch nicht fehlerfrei, sodass mitunter auch ehrliche Rezensenten – und damit auch die Autoren – darunter zu leiden hatten und auch noch haben.

Und jetzt kommt ein Appell!

Buchrezensionen sind wichtig für Autoren: Sie helfen ihnen im Idealfall nicht nur, ihre eigene Arbeit zu optimieren – wovon der Leser letztendlich profitiert – sondern motivieren und tragen maßgeblich zum Erfolg eines Buches bei.

Buchrezensionen sind wichtig für Leser: Sie helfen ihnen im Idealfall nicht nur, sich für oder gegen ein Buch zu entscheiden, neue Lieblingsbücher oder -autoren zu entdecken, sondern unterstützen die Autoren durch Lob oder angemessene Kritik bei ihrer Arbeit.

Und damit sind wir bei der Angemessenheit angelangt:

Nicht angemessen ist es, eine Rezension zu verfassen, obwohl das Buch gar nicht erst gelesen wurde. Ebenfalls nicht angemessen ist es, in einer Rezension einem irgendwie gearteten persönlichen Groll gegen den Autor nachzugeben. Und keinesfalls angemessen ist es, das Mittel der Rezension als Kriegswaffe in Konkurrenzkämpfen zwischen Fanlagern zu missbrauchen.

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Also bitte: Bleibt ehrlich; bleibt sauber – dann haben wir alles was davon!

Viele Grüße,

Ines

 

 

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